Verständnis für uns und unsere Mitmenschen

Bild von Frau mit Händen auf dem Herzen

Von meinem eigenen Erleben von Verständnis für meine Mitmenschen und mich selbst.

Erkenntnisse aus einer ganz besonderen Zeit als Beispiel für´s Leben.

Ich durfte eine Erkenntnis gewinnen, die anhand eines Beispiels aus meinem Leben sehr gut zu beschreiben ist. Vielleicht kannst du sie auf dein Leben und deine Situation übertragen.

Als Lebenspartnerin einer neurodivergenten Person durfte ich in den letzten 14 Jahren viel zum Thema Verständnis für Andere lernen.

Ich habe in der Theorie so manche Besonderheiten, Bedürfnisse und Angewohnheiten verstanden und mein bestmöglichstes gegeben, um mich darauf einzustellen und auch in unserem Umfeld versucht Verständnis dafür zu schaffen.

Doch fühlen und so richtig nachvollziehen konnte ich das alles natürlich aus eigenem Erleben nicht. Noch nicht.

Bis ich in einer ganz besonderen Lebenssituation war: meiner Schwangerschaft.

Plötzlich war mein Nervensystem im Ausnahmezustand. Ständige Überreizung, Geräusche waren zu viel, visuelle Eindrücke überladend und meine so achtsam und lange aufgebaute Stressresistenz wie vom Winde verweht. Restless Legs am Abend und in der Nacht, sensibel auf Berührungen, Kleidung und andere Materialien. Müdigkeit und trotzdem schlaflos. Nicht das Problem etwas nicht essen zu wollen, sondern es schlichtweg nicht essen zu können, weil es furchtbaren Ekel auslöst. Oder unbedingt ein bestimmtes Nahrungsmittel zu brauchen, weil es genau das ist, was in dem Moment gebraucht wird. Nicht wie ein Gelüst, sondern ein echtes Bedürfnis des Körpers nach genau diesem Lebensmittel, weil nur das helfen kann.

Ziemlich schnell habe ich gemerkt, dass diese Dinge für viele Menschen nicht nur über einen Zeitraum präsent sind, sondern zu ihrem Alltag gehören, ihr Leben ausmachen.

Durch mein Erleben hatte ich plötzlich ganz tiefes Verständnis für diese Dinge. Nicht nur aus der Logik heraus oder weil ich grundsätzlich möchte, dass jeder Mensch Bedürfnisse leben darf, sondern zusätzlich aus meiner eigenen Erfahrung.

Und da kamen mir zwei Punkte, die mich doch nachhaltig sehr beschäftigen.

  1. Hätten wir generell ein liebevolleres und klareres Verständnis für unsere Mitmenschen, wenn wir uns mit ihren Eigenheiten, Bedürfnissen und Themen besser identifizieren könnten?
  2. Ist das eigentliche Hindernis dem Zugeständnis Anderer gegenüber unser fehlendes Verständnis und der fehlende liebevolle Umgang mit uns selbst?

 

Brauchen wir nicht erstmal einen achtsamen Umgang mit uns selbst, um unsere eigenen Bedürfnisse und Themen überhaupt wahrzunehmen und uns zuzugestehen?

Viele sagen jetzt vielleicht: "Ach ich habe immer Verständnis für die Anderen.". Aber ich meine nicht dieses aufopferungsvolle, manchmal wohl nicht gesunde "die Anderen stehen an erster Stelle", sondern ein echtes "der Andere darf sein und ich darf auch sein".

Da fällt mir gleich noch ein Beispiel ein!

Ist es nicht auch so, wenn man an eine Pause denkt? Man gesteht dem Anderen die Pause gar nicht zu, oder denkt bzw. redet negativ darüber. Und warum? Weil wir selbst gerade oder in so einer Situation keine Pause machen würden. Weil wir uns das nicht zugestehen. Weil wir uns dadurch besser fühlen, wenn wir sagen "ich hab ja keine Zeit für eine Pause, es muss ja auch ohne gehen" und solche Sätze.

Und genau da sitzt doch das Problem! Wir gehen mit uns selbst teilweise so scheinbar Vernunft walten lassend aber tatsächlich unachtsam und gesundheitsschädigend um und dadurch entsteht auch automatisch die Erwartung, dass unser Umfeld sich entsprechend verhält. Jar nicht aus der Reihe tanzt, auf sich achtet oder sogenannte Schwäche zeigt. "Man muss ja", "man kann doch nicht", "das ist halt so", usw. sind da ganz typische Sätze.

Ich verrate dir was: hier liegt die Lösung! Wie gehen wir mit uns selbst um?

Da setzt meine Arbeit mit den Menschen an. Alte Muster hinterfragen, lösen und ein gesundes Verhältnis zum eigenen Sein aufbauen. Das wirkt ja schon automatisch auf den Umgang mit meinem Umfeld. Ganz gleich, ob ich dann aktiv anders mit den Menschen umgehe oder sie mich als Beispiel sehen und sich auch mal etwas selbst zugestehen oder im Umgang mit Anderen etwas verändern.

Ich wünsche mir für uns alle, dass wir in diesem Bereich lernen und verändern. Gerade in der aktuellen Zeit ist das so wichtig! Nicht mit Hetze und Hass gegen Andere, sondern mit echtem Verständnis und dem Willen auch an sich selbst Veränderung zuzulassen einen Schritt aufeinander zugehen. Dafür stehe ich auf, setze mich ein und gestalte die Zukunft. Für alle Menschen, ganz gleich in welcher Schublade der Gesellschaft sie sich befinden.


 

Deine Franziska 💛

 

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